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Exploring Helsinki with Finnish
designer Tero Kuitunen

Der finnische Designer Tero Kuitunen verbindet seine Arbeit mit dem Spielerischen. Er lässt sich gern überraschen und wechselt oft seine Rollen. Ob als Kurator, Produktdesigner, Raumgestalter oder Produzent – die Grenzen zwischen dem, was er tut, sind fließend. „Ich gehe gerne Risiken ein und fühle mich dann am wohlsten, wenn ich nicht ganz sicher bin, was am Ende eines Vorhabens herauskommt. Dann weiß ich, dass etwas gut wird“, sagt er über seinen Arbeitsprozess.

Im Zeitalter der Touchscreens bestimmen digitale Oberflächen einen großen Teil der haptischen Erfahrungen des Menschen. Kuitunen möchte das überwinden, indem er eine Verbindung zwischen den Menschen und seiner Arbeit herstellt. Ein maßgebliches Motiv in seiner Herangehensweise ist die Berührung physisch wie mental.

Kuitunens visuelle Sprache ist wie ein Spielplatz, ohne Grenzen in Raum und Zeit. „Ich lasse mich von meiner Intuition leiten und analysiere mich dabei selbst kaum. Farben spielen in meinem Leben eine große Rolle und ich gehe ganz natürlich damit um, beinah unbewusst“, erklärt er. Eines seiner Vorzeigeprodukte, der Fransenspiegel, entstand nach dem Besuch in einem alten spanischen Stoffladen – ein Schlaraffenland für den Designer. Meterweise nahm er Stofffransen mit nach Helsinki und entwarf dort seinen Spiegel, der die Menschen dazu auffordert, den Stoff zu berühren.

2017 initiierte Kuitunen die Ausstellung Keskeneräiset Utopiat. Sie sollte zu einem Wendepunkt in seiner Karriere werden. Die Ausstellung fand an einem besonderen Ort in Kotka statt, östlich von Helsinki; in einer Villa, die Alvar Aalto für den Direktor der örtlichen Zellulosefabrik entworfen hatte. Neben seinen eigenen Arbeiten wurden dort Werke von dem Künstler und Bildhauer Raimo Saarinen sowie der Malerin Karoliina Hellberg gezeigt.

„Keskeneräiset Utopiat war mein erstes großes Projekt. Ich habe viel davon gelernt“, sagt Kuitunen, „es hatte etwas sehr Kraftvolles, dort verschiedene Talente und Elemente zusammenzuführen und dabei etwas ganz Neues zu schaffen.“

Finnland ist 2019 das Gastland bei der Vienna Design Week, wo Kuitunen eine Ausstellung kuratiert. Wild At Heart wird frisches finnisches Design zeigen. Kuitunen konzipiert die Ausstellungsgestaltung und findet, dass „finnisches Design immer Platz für etwas völlig anderes“ bietet. „Mit meiner eigenen Arbeit möchte ich Menschen anregen, neu zu denken“, sagt er. Diese Offenheit und Neugierde zeigt sich auch in seinem City Guide für Helsinki, der alte, neue, gemütliche, bunte und lebendige Orte vorstellt.

Fargo

An einem gemütlichen Sonntagsspaziergang im Fargo vorbeischauen und einzigartige Möbelstücke anschauen – perfekt. In Helsinki haben Second-Hand-Läden und Flohmärkte eine lange Tradition. Im Fargo gibt es eine schöne Auswahl klassischer Möbel und seltener Gegenstände. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, man kann einfach reinkommen und schönes Design genießen. Ich gehe dort hauptsächlich wegen der Stimmung hin, habe aber auch schon so manches Möbelstück für meine Projekte benutzt.


Riviera Kallio

Dieses Kino ist nicht nur für Filme gut. Manchmal komme ich einfach mit Freunden auf einen Cocktail vorbei. Wenn ich aber Filme schaue, dann meistens mit einem guten Glas Wein und feinem Essen in diesen total bequemen Sesseln! Ich mag es hier, es fühlt sich wie in einer Boutique an.

Oodi-Bibliothek

Oodi ist wie das zweite Wohnzimmer der Einwohner Helsinkis. Die Menschen hier nutzen Bibliotheken sehr oft, sie gehören zum Leben dazu. In Studio-Räumen kann man außerdem drucken, Dinge mit den Laserschneider nutzen oder im zweiten Stock am Rechner arbeiten. Für Designer ist das eine großartige Ressource. Im dritten Stockwerk gibt es hohe Fenster und sogar Bäume, es ist ein sehr besonderer Ort. Zwischen den Bücherregalen werden Stücke der Kunstsammlung Helsinkis gezeigt.

Temppeliaukio-Kirche

Wenn ich Gäste aus dem Ausland habe, bringe ich sie zuallererst an diesen Ort. Die unterirdische Kirche wurde direkt in den Felsboden gehauen und zeigt, wie vielfältig die Architektur in Helsinki ist. Im Innenraum ist es angenehm ruhig.

Alvar Aalto und Studio Aalto

Vor ein paar Jahren organisierte ich eine Kunstausstellung in einem wunderbaren, 80 Jahre alten Haus, das von Alvar Aalto entworfen wurde und einst einem Fabrikbesitzer gehörte. Das ist ein großartiger Ort, um Kunst und Design zu erleben. Alvar Aalto war nicht nur ein weltberühmter Architekt und Designer; er ist darüber hinaus sehr stark mit den Finnen verbunden.

Sehr wahrscheinlich hat jeder Mensch hier einen Bezug zu Aaltos Möbeln, seiner Architektur oder zu anderen Objekten, die er entworfen hat. Seine Designs bedachten immer den Menschen und die Natur. In Helsinki und im ganzen Land gibt es viele interessante Orte, die eine Verbindung zu Aalto haben, das Studio ist allerdings ein ganz besonderer unter ihnen. Hier arbeitete Aalto jahrzehntelang. Das Haus fühlt sich sehr organisch und friedlich an.

Amos Rex

Das Museum hat erst vor einem Jahr im Helsinkier Lasipalatsi eröffnet. Die Umgebung ist ganz wesentlich, exemplarisch für die Stadt und es ist spannend, wie sich die Architektur des Museums hier einfügt. Das Museum ist unterirdisch und wird von großen Türmen mit Fenstern umrahmt. Von innen schaut man also hinaus auf den alten Lasipalatsi, das ist sehr gelungen. In den letzten Jahren hat sich die Stadt sehr bemüht, neue Kulturorte zu schaffen, die für alle Menschen of fen sind. Wo heute das Museum steht, war früher ein großer Busbahnhof. Reisende, die nach Helsinki kamen oder die Stadt mit dem Bus verlassen wollten, mussten also hierher kommen.

Lokal

Lokal ist ein Concept Store und eine Galerie. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, wenn ich hier bin. Viele meiner Freunde haben hier gearbeitet oder ausgestellt. Kunst und Design werden in einer interessanten Mischung ausgestellt und im kleinen Laden findet man schöne Gegenstände lokaler Hersteller.

Yes, Yes, Yes

Die Food-Szene in Helsinki ist in den letzten Jahren immer spannender geworden, sie blüht richtig auf. Die Menschen sind sehr bedacht auf gutes Essen und ein schönes Erlebnis. Jeder kann ein Restaurant aufmachen und es gibt hunderte von Pop-ups. Im Innern des Yes, Yes, Yes empfangen strahlende Farben den Gast, ein großes Herz hängt an der Wand, es gibt viel Kunst zu sehen. Vegetarische und saisonale Zutaten machen Yes, Yes, Yes sehr umweltfreundlich.

Döner Harju

Im Döner Harju wird die neue Essenskultur Helsinkis auf den Punkt gebracht. Hier gibt es qualitativ hochwertige Speisen, die satt machen.



Way Bakery

In Kallio, einem Viertel, das schwer im Kommen ist, hat kürzlich die Way Bakery aufgemacht. Hier gibt es frisch gebackenes Brot und großartige Weine. Alles ist handgemacht, vor Ort hergestellt und kommt ohne Gluten oder Milchprodukte aus. Das Angebot ist einfach, enttäuscht aber nie. Es lohnt sich, die neuen Restaurants, Bars und Läden in Kallio auszuprobieren.

 

Fall / Winter
Campaign 2019

Photographed by Bryan Adams

 

Acting with Style

What actor Oliver Masucci wears when he’s not on camera.