A Conversation

Wir haben mit Helena Christensen über Inspiration gesprochen.

Sie ist eines der legendären Supermodels und stand für windsor. vor der Kamera. Seit einigen Jahren gehört sie buchstäblich zu den „Shooting“-Stars weltweit.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Fotografin Helena Christensen. Im Interview erfahren Sie, warum die Megacity Tokio eine Inspiration für sie ist und was ihr die Arbeit hinter der Linse bedeutet.



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Willkommen zurück bei windsor., Helena. Seit 2001, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind, hat sich viel verändert.

w.: Kunst und Mode in einen Kontext zu stellen, ist das Motto der windsor. Art Collection. Sie sind Teil davon – auf einem Foto, das Sam Samore geschossen hat. Erinnern Sie sich daran? In welcher Phase Ihres Lebens waren Sie zu der Zeit, und wo sind Sie heute?

HC: Es war eine sehr aufregende Zeit damals. Ich hatte gerade meinen Sohn bekommen, was für mich auf vielfältige Weise sehr inspirierend war, auch für meinen Beruf. Es ist toll, wieder zu windsor. zurückzukommen, und diesmal hinter der Kamera stehen zu dürfen.

w.: Wir freuen uns, Sie als Fotografin für unsere neue Kampagne gewonnen zu haben. Ihre Arbeit erzählt Geschichten. Wie gehen Sie an so einen Tag heran? Welche Vision haben Sie für das heutige windsor.- Shooting?

HC: Der Shoot sollte die Geschichte eines Paares erzählen, das sich ineinander verliebt, sich aber seiner Gefühle nicht vollkommen im Klaren ist. Die Stimmung an der Location war perfekt dafür. Es fühlte sich alles mysteriös und intim an, das Licht war etwas düster und doch sinnlich.

w.: Die wichtigste Inspiration für die Herbst-/ Winterkollektion 2018 von windsor. ist Tokio. Eine unvergleichliche Stadt. Was sind Ihre Empfehlungen für Tokio?

HC: Ich war schon lange nicht mehr da, aber ich liebe diese Stadt. Sie ist so modern und doch voller Geschichte. Sie verzaubert und überrascht und es herrscht eine Atmosphäre, wie man sie sonst nirgends auf der Welt finden kann. Ich liebe Kiddyland und Harajuku und ich bin verrückt nach japanischem Essen. Ich versuche jedes Mal, wenn ich da bin, so viele neue Restaurants wie möglich zu besuchen.

w.: Warum glauben Sie ist die westliche Welt so begeistert von Tokio und was fasziniert Sie persönlich am meisten an dieser Stadt?

HC: Tokio ist gleichzeitig sehr futuristisch und doch eine Stadt mit vielen uralten Traditionen. Sie ist unglaublich lebendig und es gibt so viel, von dem man sich inspirieren lassen kann. Die Lichter, die Geräusche, die Architektur, die Hochhäuser und die winzigen, engen Nebenstraßen: Das alles schafft eine faszinierende und sehr kreative Umgebung.

 

w.: Sie haben mal gesagt, Sie wären mit 18 oder 19 als Anhalterin unterwegs gewesen und hätten damals Ihre Liebe zur Fotografie entdeckt. Können Sie das etwas genauer erklären? Wann haben Sie erkannt, dass Ihr Hobby zum Beruf geworden ist und letztendlich auch zur Kunst?

HC: Ich bin damals um die Welt gereist und hatte meine Kamera dabei. Mir fiel auf, wie viele Details ich bemerkte, die mir entgangen wären, wenn ich sie nicht mit dem Zoom der Kameralinse eingefangen hätte. Es gab plötzlich so viel zu entdecken, so viele Bilder, so viele ästhetische Perspektiven und Kompositionen, so viele Variationen des Lichts, Schattenspiele und Momente, die nur darauf warteten, dass ich sie einfange. Ich fand das alles sehr spannend und meine Leidenschaft war geweckt.

w.: Neben dem Modeln haben Sie eine Karriere als Fotografin aufgebaut und sind außerdem erfolgreiche Geschäftsfrau. Gefällt es Ihnen besser, fotografiert zu werden oder selbst zu fotografieren? Und wer ist Ihr Lieblingsfotograf? Wer versteht Sie am besten?

HC: Mir gefallen beide Jobs gleich gut, aus unterschiedlichen Gründen. Wenn ich modele, verliere ich mich in einer Geschichte, die nur in meinem Kopf existiert. Ich vergesse die Menschen um mich herum und agiere nur für die Kamera, wie in einem Stummfilm. Wenn ich fotografiere, muss ich sehr fokussiert und konzentriert sein, manchmal vergesse ich sogar zu atmen, weil ich so davon eingenommen bin, was ich durch die Linse sehe. Ich habe schon mit vielen tollen Fotografen gearbeitet, da wäre es zu schwer einen Favoriten auszuwählen. Ich finde, ihnen allen ist gelungen, verschiedene Versionen von mir einzufangen. Das ist es auch, was meiner Meinung nach an Fotografie so wunderbar ist: Jeder sieht etwas anderes, weil jeder die Welt anders erlebt.

w.: Hilft es Ihnen bei Shootings, dass Sie beide Seiten kennen? Wie helfen Sie Models, sich zu entspannen, wenn sie davon eingeschüchtert sind, von einem Superstar fotografiert zu werden?

HC: Ich hoffe und glaube, dass meine Models sich unterbewusst mit mir als Fotografin wohl fühlen, weil ich bei Shootings überhaupt nicht einschüchternd agiere und ganz entspannt bin. Ich denke, dass zwischen uns sehr schnell Vertrauen und eine enge Verbindung entsteht.

w.: Sie fotografieren Ihre Freundinnen, zum Beispiel Julianne Moore oder Liv Tyler... Aber heute für windsor. ein Model, das Sie nicht kennen. Worin liegt der Unterschied?

HC: Ich glaube, dass ich recht schnell ein Gefühl dafür entwickle, wer die Person ist, sobald ich mit dem Shooten anfange. Man kann durch die Linse so viel entdecken. Die Stimmung, die Emotionen, alles kommt mit ihren Gesichtsausdrücken und grazilen Bewegungen an die Oberfläche.

w.: Worin liegen die Vor- und Nachteile, wenn man ein Supermodel hinter der Kamera ist?

HC: Ich glaube nicht, dass es welche gibt, vielleicht, weil ich mich nicht als Supermodel sehe. Aber es ist bestimmt ein Vorteil, dass ich eine gewisse Ausbildung genossen habe, weil ich von all diesen Ikonen der Fotografie umgeben war.

w.: Haben Sie ein paar Tipps, wie man ein gutes Foto schießt? Worauf kommt es Ihnen am meisten an?

HC: Das Licht ist essenziell, aber es muss nicht unbedingt viel Licht sein. Atmosphärisches Licht fängt den Geist einer Person ganz wunderbar ein, also suche ich immer nach einmaligen Licht- und Schattenverhältnissen.

w.: Was ist Ihr liebstes Motiv?

HC: Ich liebe es, Frauen in der Natur zu fotografieren, denn die natürliche Figur einer Frau umgeben von Bäumen und Blumen, in Flüssen und Seen hat etwas Ruhiges und Ehrliches.

w.: Was halten Sie von deutscher Mode?

HC: Es gibt einige sehr coole deutsche Designer. Karl Lagerfeld und Jil Sander sind zwei meiner Favoriten. Ich habe mit beiden viel gearbeitet und bewundere sie für ihren inhärenten Sinn für Handwerkskunst. Ich denke, das ist ein Element, das deutsche Mode charakterisiert, zusammen mit der hohen Qualität.

w.: Haben Sie ein Lieblingsstück aus der windsor. Kollektion? Wie würden Sie es stylen?

HC: Mir gefallen der Tweed-Mantel und auch der kamelfarbene Rock sehr gut. Beide sind sehr sexy und elegant.

w.: Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was ist Ihr Lieblingslook?

HC: Ich mische gern und spiele dabei mit Farben und Mustern. Ich bin ein großer Fan von Vintage-Mode, vor allem sehr ausgefallenen Kleidern, aber ich mag auch maskulinere Formen, wie zum Beispiel Anzüge. Ich ziehe allerdings Männeranzüge denen für Frauen vor, weil die Linien besser sind, lang und schmal, sie hängen lässig am Körper.

w.: Und was ist für Sie der windsor. Look?

HC: Die Stücke von windsor. haben etwas Zeitloses und Elegantes, aber mit einem modernen Touch. Die windsor. Frau ist smart, elegant und unabhängig.

w.: Viele Menschen, aber besonders die Medien, denken gern an das so genannte „goldene Zeitalter der Supermodels“ in den 90er-Jahren zurück. Sie waren ein Teil davon. Ist dies eine Zeit in Ihrem Leben, an die auch Sie gern zurückdenken? Mit wem haben Sie noch Kontakt?

HC: Ich arbeite immer noch mit den meisten der anderen Models zusammen und wir tauschen immer Erinnerungen an diese Zeit aus. Es war fantastisch und fühlt sich jetzt sogar noch besser an. Jetzt haben wir Familien, unsere eigenen Unternehmen, sind erwachsen geworden, haben aber immer noch so viel Spaß im Leben. Wir haben wirklich Glück gehabt.

w.: Erzählen Sie uns, was als Nächstes kommt? Worauf freuen Sie sich in den kommenden Monaten des Jahres 2018?


HC: Ich habe gerade mit meiner Freundin und Designpartnerin die Webseite

staerkandchristensen.com

online gestellt, eine Lifestyle-Marke, mit der wir Kleidung, Schuhe, Brillen, Dekorationselemente und vieles mehr verkaufen möchten. Wir freuen uns sehr darauf und sind sehr stolz, denn die Entwicklung hat Jahre gedauert und wir haben viel Mühe und harte Arbeit investiert. Zusätzlich habe ich ein kleines Parfümunternehmen, strangelove, und ich freue mich ebenso auf unsere einzigartigen, reinen Düfte und Öle. Außerdem werde ich mit der UN-Flüchtlingshilfe UNHCR reisen und die Not von Flüchtlingen dokumentieren. Und ich werde weiter an meinen persönlichen Projekten arbeiten, wie der Weiterführung meiner Reihe über Frauen in der Natur.